Von links: Dr. Eckhard Kuck, Vorsitzender Gegenwind Bad Orb e.V., Tina Ballas, Sängerin aus Birstein, Dr. Gisela Immich, Lehrstuhlinhaberin für Public Health an der LMU München, Diplom Ing. Jürgen Schöttle, 40 Jahre Kraftwerksbau, ehrenamtliche Vorträge zur Energiewende und zur Deutschen Energiepolitik.
Gegenwind e.V.: 28 Windräder rund um Bad Orb möglich
"Die Quintessenz des Abends war eindeutig: Nur durch die Bewahrung unserer Ressourcen Wald und Wasser kann Bad Orb eine stabile wirtschaftliche Entwicklung sichern. Kooperation zwischen den Anspruchsgruppen ist dafür entscheidend", so der Verein "Gegenwind Bad Orb". Der Verein stellte auf einer Informationsveranstaltung am 1. Dezember 2025 Chancen durch den geplanten Kur- und Heilwald am Horstberg sowie Risiken von Windkraftanlagen (WKA) aus seiner Sicht dar.
Der neue Vorsitzende Dr. Eckhard Kuck stellte die Frage, ob Eingriffe in ein intaktes Ökosystem wie den Orber Wald im Namen des Klimawandels gerechtfertigt sind. "Gesetze decken die bekannten Gefahren nicht ab: Hinweise auf verminderte Quellschüttungen bedrohen die Trinkwasserversorgung, Mikroplastikabrieb und Ewigkeitschemikalien (PFAS) von Rotorblättern in der Größenordnung von mindestens 500 kg Abrieb je Lebenszeit der Industrieanlagen kontaminieren das Quellwasser, und aus acht Pilotanlagen können bei weiter anhaltendem Investitionsdruck seitens der Windindustrie schnell 28 werden! Beispiele kann man an den 'Vier Fichten' bei Wächtersbach und im Flörsbachtal besichtigen. Die versprochene finanzielle Beteiligung von 250.000 Euro pro Jahr entspricht kaum mehr als einen Euro pro Bürger monatlich und kann sich durch die zunehmende Unwirtschaftlichkeit der subventionsgetriebenen Anlagen zunehmend als Luftnummer entpuppen", heißt es in einer Vereinsmitteilung.
"Tradition trifft Moderne"
Dr. Gisela Immich, Lehrstuhlinhaberin für Public Health an der LMU München, habe im Vortrag „Bad Orber Heil- und Kurwald – Chance und Verantwortung“ die Vorteile eines intakten Waldes für Mensch und Natur aufgezeigt: "Das Konzept der 'Planetaren Gesundheit' verdeutlicht die Abhängigkeit menschlicher Gesundheit von funktionierenden Ökosystemen. Der Horstberg erfüllt alle Kriterien für einen Heilwald und bietet Bad Orb die Chance, sich als erstes Waldheilbad Hessens zu etablieren. Die erfolgreiche Rezertifizierung als Kurort bestätigt die Voraussetzungen. Mit dem Heilwald kann Bad Orb sein Angebot erweitern, Übernachtungszahlen steigern und den wirtschaftlichen Erfolg langfristig sichern. Die Zerstörung intakter Ökosysteme für eine unsichere Energiegewinnung widerspricht eklatant diesem Ansatz."
"Was machen wir?"
Dipl.-Ing. Jürgen Schöttle skizzierte die aus seiner Sicht ökologischen und ökonomischen Folgen der Energiewende: "Hoher Flächenverbrauch, Mikroplastikabrieb und verändertes Mikroklima gefährden Mensch und Natur. Windenergie ist volatil und trägt nur zu etwa 6 % zum Primärenergieverbrauch bei. Solar- und Windanlagen liefern Spitzen von bis zu 80 GW, im Jahresdurchschnitt jedoch nur 18 GW – circa 9 Prozent der installierten Leistung von derzeit gesamt 162 GW. Leistungsspitzen gefährden die Netzstabilität, Dunkelflauten erfordern teure Backupkraftwerke und Speicher. Deutschlands Speicherkapazität zum notwendigen Ausgleich von Versorgungsengpässen deckt jedoch laut Fraunhofer-Institut gerade einmal 0,14 Prozent der benötigten 43 TWh ab! Für diesen kläglichen Beitrag der „Erneuerbaren“ am gesamten Primärenergieverbrauch wurden bisher rund 696 Milliarden Euro ausgegeben, zukünftige Investitionen bis 2045 könnten nach vorsichtigen Schätzungen 5–10 Billionen Euro erreichen. Allein der Netzausbau wird eine Billion Euro verschlingen. Dies könnte Strompreise von 87 Cent/kWh bedeuten. Deindustrialisierung und zunehmende Armut der betroffenen Bürger sind unausweichliche Folge. Der Bundesrechnungshof forderte daher im März 2024 ein sofortiges Handeln für eine sichere und bezahlbare Versorgung."
Schöttles Vortrag hat laut "Gegenwind" verdeutlicht, dass jede weitere In Schwachwindzonen aufgebaute Windindustieanlage die aufgezeigte Schieflage weiter verschärfe: "Ein Grund mehr für Bad Orb, seine kostbaren Naturressourcen keinesfalls dieser planlosen Energiewende zu opfern. Mit ihrer wunderbaren Stimme und den gezeigten Bildern aus dem Orber Wald verlieh die sympathische Sopranistin Tina Ballas dem Abend trotz der aufrüttelnden Fakten eine Atmosphäre von Zuversicht und Verbundenheit."
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